- Internationales Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum - https://www.redcrossmuseum.ch/de -

MITEINANDER ODER GEGENEINANDER

17 September 2003 - 25. Januar 2004

Israelis und Palästinenser: 50 Jahre Fotografie von JEAN MOHR

Bilder, die von den wesentlichen Dingen der menschlichen Existenz erzählen. Der Fotograf Jean Mohr sieht genau hin, und dieser Blick achtet den Menschen und seine Würde. So ist eine Ausstellung entstanden, die die Augen öffnet für die Menschen und die Welt, und die auch eine Vorstellung von der humanitären Arbeit vermittelt.

Mit 70 Fotos erzählt Jean Mohr vom Leben in Israel und den palästinensischen Gebieten zwischen 1949 und 2002. Die Ausstellung zeigt den Alltag, der aus den Begegnungen zwischen den Menschen und ihrer physischen wie politischen Umwelt entsteht. Der Fotograf versucht, die Zerrissenheit dieses Landes zu verstehen, und er beobachtet Szenen, die er mit dem ihm eigenen Gespür für Licht und Komposition festhält.

Durch sein Objektiv betrachten wir die Gesichter von Frauen, ernste und heitere alte Menschen, wartende Jugendliche, ungewöhnliche Situationen. Wir sehen dem IKRK und seinen lokalen Partnern vom palästinensischen Roten Halbmond und vom israelischen Magen David Adom bei der Arbeit zu und sind Zeugen flüchtiger Szenen auf Strassen und Märkten, in Operationssälen und an geschichtsträchtigen Orten. So entsteht eine vielstimmige Erzählung.

Auf seine subtile Art macht uns Jean Mohr aufmerksam auf die kaum wahrnehmbaren Stimmen der Hoffnung, die hier und da den Lärm des Konflikts unterbrechen. Bis in seine Naturbilder hinein macht er den Übergang von der einen Welt zur anderen sichtbar. An einem Detail, das dem oberflächlichen Blick verborgen bleibt, lässt er Ungewöhnliches aufscheinen.

Jean Mohr ist bekannt für seine zahlreichen Reportagen aus aller Welt. Bevor er Fotograf wurde, war Mohr 1949 und 1950 als IKRK-Delegierter im Nahen Osten in Jericho und Hebron tätig und kennt die Organisation daher sehr gut. Seine fotografische Arbeit? Eine Art Dokument des Konflikts. Oder auch: Menschen- und Naturlandschaften vor und nach der Schlacht.

Es geht nicht darum zu richten. Es geht darum zu verstehen. Das wird nicht nur in der Ausstellung deutlich, sondern auch in den begleitenden Veranstaltungen, die – aus der Perspektive der Vergangenheit wie der Gegenwart – sichtbar machen wollen, wie sich die Architekten des Friedens für die Zukunft engagieren.

“Mohrs Bilder zeugen von tiefer Aufmerksamkeit für das, was gerade geschieht, und zugleich verweisen sie doch immer auf das Andere. Selbst wenn das Thema dem Betrachter vertraut erscheint – das Bild vermittelt auch eine Art Fremdheit.“
John Berger, Schriftsteller, 1999

Ausstellung des IKRK und des Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseums, Genf.
Kommissäre: Jean-François Berger, Roger Mayou, in Zusammenarbeit mit Jean Mohr.
Produktion IKRK: Paul Oberson

Die Ausstellung ist in Jerusalem, Gaza und Ramallah gezeigt worden.