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Geschichte und Architektur

ECKDATEN

 


ARCHITEKTUR

Eine Archäologie des Bestehenden: das Projekt der gemeinsamen Bereiche

Das atelier oï koordinierte das Gesamtkonzept für die Erneuerung des Museums sowie das Konzept der drei Szenografen für die Gestaltung der Dauerausstellung. Atelier oï war zudem für die Architektur der gemeinsamen Bereiche wie Empfang, Boutique und Durchgangszonen verantwortlich.

Um das Gestaltungskonzept dieser Bereiche zu entwickeln, befassten wir uns zunächst eingehend mit dem Kontext und der bestehenden Architektur des Museums – wie ein Archäologe, der zunächst vor allem versucht, das Gefundene zu verstehen und zu interpretieren. In diesem Sinne konnte der Kontext des architektonischen Werks von Architekt Pierre Zoelly aus den 1980er-Jahren wegen seiner Präsenz und Stärke nicht einfach verdeckt werden. Unser Vorgehen orientierte sich deshalb an der Suche nach einem Dialog mit dem Bestehenden und nicht an einem Bruch mit dem Alten. Wir wollten einen Weg finden, um eine neue Etappe zu markieren, gleichzeitig aber vom Vergangenen lernen.

Auseinandersetzung mit dem Material
Bevor wir uns überlegten, welche Form oder Komposition in Frage käme, suchten wir als Erstes ein Material, das in der Lage wäre, einen Dialog mit dem in der bestehenden Architektur des Museums allgegenwärtigen Beton zu führen. Als Gegensatz zu dieser mineralischen Hülle wählten wir ein einziges Material: Massivholz. Es sollte den roten Faden unserer Arbeit darstellen, der sich wie ein Band entlang des gesamten Besucherrundgangs ausrollen lässt. Eine Architektur aus Kurven und ohne rechte Winkel, bei der das Holz in Bezug zum Steinernen zum lebendigen Material wird; ein Material, das mit dem Bestehenden spielt und sich mit ihm, aber auch mit der Umgebung verbindet. Ein Material, das in einigen Szenografien, neben dem Hanfbeton und den Kartonröhren zum Beispiel, präsent ist. Um je nach Programm und Bedürfnissen differenzieren zu können, nutzten wir gewellte Lamellen aus massivem Holz als Grundlage, um verschiedene, für die Gestaltung der gemeinsamen Räume erforderliche Trennwände und Mobiliarelemente zu realisieren. Durch ein leichtes Übereinanderschieben der Lamellen kann der Durchlässigkeitsgrad der Trennwände variiert werden. Der Besucher wird so auf seinem gesamten Rundgang differenziert begleitet.
Aus der Idee heraus, dem Rundgang auch in seinem Verlauf zu folgen, entschieden wir uns für einen Fliessboden. Der gewählte Farbton, rote Erde, passt zum Holz unserer Gestaltung, aber auch zu den zahlreichen Materialien, die wie Symbole innerhalb der verschiedenen Szenografien herausstehen.